28m-Klasse im Maßstab 1:10
Bau des Urrumpfes

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Der Urrumpf der beiden Tochterboote entsteht klassisch aus Holz.

Die Spanten und der Kiel entstehen aus 8mm Pappelsperrholz, die Beplankung erfolgt dann mit
3 mm Pappelsperrholz. Um die Spanten mit der Dekupiersäge aussägen zu können, wurden sie zunächst auf eine große Platte geklebt

und danach mit einer Stichsäge in "depupiersägentaugliche" Stücke geteilt.

Nach dem Aussäge aller Spanten sieht es dann so aus - man kann schon erahnen was es werden könnte:

Noch deutlicher wird es, wenn man die Spanten schon mal lose in den Kiel steckt:

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Das Spantgerüst ist jetzt fertig verleimt und wartet auf das Straken:

Die Buchenrundstäbe stabilisieren das Spantgerüst. Damit man es später auch wieder vom Hellingbrett abnehmen kann, wurde eine Plastikfolie auf selbiges gespannt und darauf dann das Spantgerüst verschraubt.

Ein Satz Papierschablonen für die Beplankung:

Die Abwicklungen stammen aus dem CAD und werden jetzt auf 3mm-Sperrholz übertragen. Lose aufgelegt auf das Spantgerüst sieht es schon so aus, als würde das Ganze am Ende recht gut passen können:



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Weiter geht es mit den Schablonen:

Sie sind auf 3mm Sperrholz aufgeklebt und ausgesägt. Die Kanten wurden passend angefast und dann Schablone für Schablone auf das Spantgerüst aufgeschraubt und geleimt.

Das Fixieren der Beplankungsteile mit Schrauben erlaubt ein schnelles Arbeiten, da nicht auf das Abbinden des Klebers gewartet werden muss. Die Löcher werden später - ebenso wie
die noch vorhandenen Spalten - mit Holzspachtel verschlossen.

Aus dieser Perspektive erkennt man sehr schön, dass die neue Stupsnase dieser Generation von Tochterbooten auch für Modellbauer einen schönen Nebeneffekt hat:

Die Modellierung der Nase ist deutlich einfacher als bei den alten Tochterbooten wie ALTE LIEBE und STEPPKE (I).

Das Heck ist noch offen - hier erfolgt noch eine Beplankung zwischen den Hilfsspanten. Die Ecken links und rechts werden dann aufgefüllt und in Form gebracht.

Nachdem dann im weiteren Verlauf die Beplankung im Bereich der seitlichen Scheuerleisten fertig gestellt ist, kommt der Rumpf von der Helling herunter und es folgt, was nur von den wenigsten Modellbauern wirklich geliebt wird: Spachteln, Schleifen, Spachteln, Schleifen, ... Uns gefällt das übrigens auch nicht. ;o)

Der Vorteil am Standort der Werft von Thomas ist jedoch, dass es im Norden immer schön windig ist und der Schleifstaub damit draußen sofort "entsorgt" wird.

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Bevor es aber soweit ist mit der Schleif- und Spachtelorgie, sind noch ein paar Arbeiten erforderlich und da wollen wir einmal einen kleinen Exkurs wagen und auf das Thema Ergomomie beim Modellbau hinweisen.

Die wenigsten unter uns dürfte es vergönnt sein höhenverstellbare Arbeitsflächen zu haben. Das ist bei Thomas Modellwerft und der Schiffsmodellwerft nicht anders. Um nun also die Scheuerleiste leichter montieren zu können, wurde der Urrumpf schlicht und ergreifend mit dem Hellingbrett in einen Schraubstock eingespannt. Auf diese Weise kann man bequem von oben und in einer recht bequemen Haltung arbeiten.

Muss man nur drauf kommen. Nennen wir es die Reife des Alters... ;o) 

Die eigentliche Rumpfbeplankung ist nun soweit fertig:

Gut zu sehen sind hier die noch ausgesparten Ecken am Heck. Diese werden massiv aufgefüllt und dann in die richtige Form geschliffen. Aufgrund der Radien haben wir uns gegen eine Beplankung entschieden, da sich diese hier nicht so ohne weiteres herumbiegen lassen würde.


Nachdem der Holzleim über Nacht gut durchgetrocknet ist, konnte der Urrumpf vom Hellingbrett abgenommen werden. Soweit kann sich das Ergebnis schon mal sehen lassen und anhand der Stupsnase ist auch klar zu erkennen, was es denn mal werden soll.



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Die Ecken sind mit 8mm-Sperrholzstücken aufgefüllt und können nach dem Aushärten des Holzleims dann beigeschliffen werden.

Um erst einmal Grund reinzubringen, sind alle Spalten und die verbliebenen Löcher der Schrauben, die die Beplankung fixiert haben, mit Holzspachtel verschlossen. Der Vorteil des Holzspachtels ist, dass er relativ weich ist und sich sehr leicht schleifen lässt. Da die Festigkeit ähnlich der
des Holzes selbst ist trägt man also schön gleichmäßig Material ab.

Jetzt kann dann also die endgültige Rumpfform sauber herausgearbeitet werden und das mit schleifen, spachteln, schleifen, spachteln.... - Modellbau ist eben doch kein Ponyhof...

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Die Ecken hinten sind jetzt grob beigeschliffen und der Holzspachtel in einem ersten Arbeitsgang erstmal glatt gezogen. Jetzt gilt es mit dem üblichen Spachteln-und-Schleifen-Spiel die Form sauber herauszuarbeiten.

Aber da der Rumpf ja eine recht "einfache" Form und einen handliche Größe hat geht das hoffentlich zügig. Und da die Schleifarbeiten im hohen Norden stattfinden, ist auch immer genug Wind vorhanden um den Schleifstaub auf dem eigenen Grundstück in Grenzen zu halten.

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Man sieht jetzt noch nicht so viel Neues, aber es ist trotzdem weitergegangen:

Die hinteren Ecken sind schon mal abgerundet und am Bug und an der Scheuerleiste wurden die Übergänge der Beplankungsteile nochmal nachgeschliffen. Von der Grundform her ist dieser Urrumpf jetzt schon beinahe fertig:



Ursprünglich war der Urrumpf in umgekehrter Schwimmlage auf dem Hellingbrett aufgebaut. Das heisst, dass die KWL parallel zum Hellingbrett verlaufen ist. Allerdings hätte das für die Erstellung der Urform ein zusätzliches Trennbrett erforderlich gemacht, damit die Form an ihrer Oberkante entsprechend stabil wird. Doch dieser Aufwand muss ja gar nicht sein:

Hierfür wurden die überstehenden Spanten einfach abgesägt und der Urrumpf dann wieder auf das Hellingbrett geschraubt.
Ergebnis: Der große Abstand ist nun weitgehend verschwunden, an ein paar Stellen muss noch etwas nachgearbeitet werden. Aber: Die Holzarbeiten am Urrumpf gehen nun in die letzte Phase.

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Um einmal die Größe der neuesten Tochterbootgeneration zu verdeutlichen, hier ein Vergleich mit einem Tochterboot der 26m-Klasse, also der Vorvorgänger-Generation der aktuellen 28m-Klasse.

Der Urrumpf von TB41 neben dem Tochterboot ALTE LIEBE, deren Original 1965 in Dienst gestellt wurde. Der Bauzustand der ALTE LIEBE stammt hierbei aus den frühen 1980igern, als sie mit der ARWED EMMINHAUS noch in Cuxhaven stationiert war.

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Der nächste Schritt beim Urrumpf ist das Versiegeln des Holzes mit Epoxidharz. Das Harz zieht ins Holz ein und sichert damit, dass bei den nächsten Schleifgängen nicht zu viel Material abgetragen wird und trotzdem eine möglichst glatte Oberfläche entsteht.

Da der Urrumpf nach dem Spachteln und Schleifen wieder auf das Hellingbrett geschraubt und die Übergangskante dann auch noch verspachtelt wird, musste auch das Hellingbrett eingeharzt werden.

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Der mit Epoxydharz versiegelte Rumpf und das Hellingbrett wurden jetzt zunächst
grob geschliffen und so die ersten Unebenheiten geglättet.

Dann kommt Spritzspachtel ins Spiel. Nach diesem ersten Lackiergang fallen unregelmäßige Kanten, Beulen und Dellen und Löchter im Holz erst so richtig auf.

Von daher geht es jetzt an Modellbauers Lieblingstätigkeit: Spachteln und Schleifen.

Und dann nochmal Spachteln und Schleifen. Und wieder Spachteln und Schleifen. Solange, bis die Oberfläche die gewünschte Qualität hat - zwar haben die Originale schon aus der Werft heraus ein paar Dellen, die sich aus dem Herstellungsverfahren ergeben, aber die sähen an einem Modell dann eher nach schlechter Arbeit aus und das muss ja dann auch nicht sein.

Ein großer Vorteil beim Schleifen ist, wenn der Standort der Werft für diese Bauschritte im windigen Norden liegt: Der Schleifstaub wird immer schön weggeweht.

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Aber auch der Wind kann nicht darüber hinweg täuschen, dass spachteln und schleifen eine Strafarbeit ohne vorheriges Fehlverhalten ist. Dafür entwickelt sich der Urrumpf Stück für Stück in Richtung "fertig". Ein bisschen Arbeit muss noch in die Kanten gesteckt werden, aber das bisherige Ergebnis sieht schon gar nicht mal schlecht aus; im Gegenteil:

Eigentlich hatten wir zwischenzeitlich mal den Gedanken, dass wir die Schweißnähte schon am Urrumpf anbringen, sodass diese am den beiden Abzügen dann gleich vorhanden sind.

Wir sind aber dann doch wieder davon abgerückt. Das Anschleifen der Abzüge für die Lackierung wäre im Bereich der Schweißnähte zu tricky. Entweder man schleift die Schweißnaht wieder ab oder die Lackierung bekommt nicht genug Halt und platzt im schlimmsten Fall ab.

Auch werden die Tochterboote unter Umständen unterschiedlich sichtbare Schweißnähte haben. Die von MATHIAS kennen wir, das andere Tochterboot ist noch nicht im Bau...

Jetzt fehlen noch das Echolot, die Sprayrails und der Achtersteven sowie geschätzte drei Spachtel-/Schleifgänge, dann sollte die finale Lackierung des Urrumpfes erfolgen können.

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Der Achtersteven bildet das Ende des Kiels und beherbergt letztlich das Ende der Welle mit dem Schiffspropeller. Da die Form strömungsgünstig sein muss damit der Propeller ordentlich wirken kann, hat er eine Form, die man nur mit einem gewissen Aufwand aus einem Stück Holz feilen kann. Wir haben ich daher als eigenes Bauteil aus ABS geplant und werden ihn aus einzelnen Teilen zusammensetzen.

Erste Liegeprobe der Teile auf dem Plan:

Passt soweit. Eine CNC-Fräse steht uns nicht zur Verfügung - hier ist noch Handarbeit gefragt.
Die Teile konnten also Stück für Stück zusammengesetzt und am Urmodell positioniert werden.

Nun war der Wellenaustritt an der Reihe. Also erst einen Ausschnitt rein und die "Welle" einsetzen. Dabei muss natürlich der spätere Winkel der Welle beachtet werden...

... und man sieht, dass es passt:



Dann standen die Sprayrails auf dem Plan. Sie dienen dem seitlichen Abweisen des vom Bug verdrängten Wassers, was zu einer geringeren Bugwelle und einem geringeren Widerstand während der Fahrt führt.

Die Sprayrails sind ebenfalls aus ABS-Streifen entstanden und haben sehr scharfe Kanten. Im Gegensatz zum Original ist die Unterseite mit der Außenkante noch leicht nach unten geneigt, so dass Spritzwasser etwas mehr nach unten abgelenkt wird. Dürfte den Fahreigenschaften und dem Wellenbild des Modells ganz gut tun. Sollte sich diese Überlegung nicht bewahrheiten, kann man den Bereich mit etwas Spachtel leicht wieder beheben.

Nach den Aufnahmen wurden Achtersteven und Sprayrails noch fix gespachtelt.

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TUSCH und TROMMELWIRBEL!!!!

Mit der Montage des letzten, noch fehlenden Anbauteils ist der Urrumpf jetzt praktisch fertig. Das Echolotgehäuse hat seine endgültige Position erreicht:

Nach dem letzten Spachteln und Schleifen wurde der Urrumpf dann noch grundiert.

Um die Form für die beiden Abzüge zu erstellen, sind jetzt nur noch zwei Lacküberzüge erforderlich - die Form soll sich ja später gut vom Rumpf lösen können. Also irgendeine Farbe aus dem Regal genommen und die erste Schicht, die anschließend fein angeschliffen werden muss, aufgebracht.

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So, letzte kleinere Arbeiten am Lack sind abgeschlossen, sodass die Vorbereitungen für die Abformung starten können.



Hier endet nun das Kapitel BAU DES URRUMPFES. Weiter geht es mit dem Kapitel "Formenbau".
 

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